tiimnoah hat geschrieben: 04.08.2026, 15:33
Ich finde einfach, dass man unter Stephan Lichtsteiner auch nach über einem halben Jahr überhaupt keine klare Spielphilosophie erkennen kann.
Beim FC Thun hat man letzte Saison sofort gesehen, wofür die Mannschaft steht: Sie spielen oft lange Bälle nach vorne, gehen aggressiv ins Pressing oder versuchen, den Ball festzumachen und über die Aussen weiterzuleiten. Dasselbe gilt für YB. Dort lässt man den Gegner bewusst den ersten Pass im Spielaufbau machen und setzt ihn dann mit intensivem Pressing unter Druck.
Aber was ist eigentlich unsere Spielphilosophie? Ich erkenne keine. Genau das finde ich sehr enttäuschend. Ich kann nicht sagen, ob wir von hinten herausspielen wollen, Ballbesitzfussball spielen, hoch pressen oder auf lange Bälle setzen. Irgendwie machen wir von allem ein bisschen – aber nichts konsequent.
Gerade bei einem Verein wie dem FC Basel sollte man nach mehr als einem halben Jahr eine klare Handschrift des Trainers erkennen können. Eine Mannschaft braucht eine Identität und einen wiedererkennbaren Spielstil. Momentan sehe ich das überhaupt nicht.
Wie seht ihr das?
Wenn ich mich noch richtig erinner, hat Lichtsteiner anfangs seine Spielphilosophie folgendermassen umrissen: unbedingter Einsatz, hohes Pressing, Ballbesitz, schnelles Umschaltspiel plus soll jeder Spieler in jeder Situation wissen, was zu tun ist.
Punkte 1-3 konnte man am Samstag in der 1. HZ durchaus erkennen, in den letzten 30 Minuten dann weniger bis gar nicht mehr. Das Umschaltspiel konnte zumindest ich bis jetzt nicht erkennen, dafür ist Spielauslösung und -aufbau (teils viel) zu langsam - gegen Servette noch eher und gegen ein extrem defensives LS ist dies auch schwer umzusetzen tbf.
Ich fand den FCB am Samstag nicht so extrem schwach, gerade die ersten 60min durchaus in Ordnung mit einigen Chancen (Otele in der 1. HZ aus 15m muss er machen, Ajeti in der 2. links vorem 5er ebenfalls).
Aber: ein halbes Jahr nach Amtsantritt und spätestens jetzt im 1. Heimspiel nach einer kompletten Vorbereitung und einem mehr oder weniger fertigen Kader ist viel zu wenig an Spielidee und Handschrift erkennbar. V.a. in Reihe 2 mit und gegen den Ball ist das zu wenig, wenn sich die aus u.a. Shaq, Otele und Metinho zusammensetzt.
Fazit: mir reichts jetzt schon, die Vorfreude auf die neue Saison nach dem Genf-Trip ist nach dem LS-Heimspiel weg. Ich glaube aber, die sportliche Führung wird ihm noch weiter Zeit geben, dafür wars zu wenig katastrophal.