Der FC Basel kommt beim strukturellen ... 5844816696
Der FC Basel kommt beim strukturellen Defizit näher an sein Ziel
Neben Europacup-Einnahmen und Spielertransfers ist auch die Optimierung der Clubstrukturen erfreulich. Die Liquidität bleibt eine Herausforderung.
Oliver Gut, Linus Schauffert,
René Heiniger (Director Finance & Accounting) und Friedrich Dietz (Advisory Finance) stehen wie schon ein Jahr zuvor im Mediacenter des St.-Jakob-Parks. Ihre Aufgabe: Sie sollen den anwesenden Medienschaffenden die Jahresrechnung 2025 der FC Basel 1893 AG erläutern und diese vertiefen.
Dabei ist grundsätzlich bereits bekannt, was die beiden ausführen – denn der Geschäftsbericht wurde eine Woche zuvor an die Vereinsmitglieder versendet: Die FC Basel 1893 AG schreibt zum dritten Mal in Folge einen Gewinn. Einem Aufwand von 95,30 Millionen Franken steht ein Ertrag von 101,89 Millionen gegenüber. Daraus ergibt sich ein Plus von 6,59 Millionen Franken.
Dieses Plus ist zu einem erheblichen Teil auf den Transfergewinn von 10,84 Millionen Franken zurückzuführen, wobei etwas weniger als die Hälfte der Einnahmen von 35,08 Millionen aus Weiterverkaufsbeteiligungen generiert wurde. Zudem profitierte die AG von der Teilnahme am Europacup – allein für das Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation gab es rund 4 Millionen Euro –, von erhöhten Sponsoring-Einnahmen dank des Doubles, von einem neuerlichen Rekord im Merchandising-Verkauf und von der Women’s Euro. Das Hosten des ESC war für den FCB laut Heiniger und Dietz mehr oder weniger ein Nullgeschäft – man habe es für die Stadt und gern gemacht.
8 Millionen von der AG in die Holding
Heiniger und Dietz führen am Donnerstagnachmittag auch aus, wie es sich mit den 8 Millionen Franken verhält, die in der Bilanz der AG bei den Passiven unter dem Punkt «andere kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Dritten» zu finden sind. Dabei handelt es sich um eine Rückzahlung, die auf eine 2019 von der FC Basel Holding AG an die FC Basel 1893 AG geleistete Defizitgarantie von 18,7 Millionen Franken zurückzuführen ist. Diese 8 Millionen Franken bleiben dem Konzern erhalten und verlassen die Holding nicht. Die übrigen 10,7 Millionen dürften bei Gelegenheit ebenfalls zurückgezahlt werden.
Folglich hat diese Defizitgarantie auch nichts mit jenen 12,7 Millionen Franken an Darlehen zu tun, welche die Mitglieder des Verwaltungsrats der Holding (damals David Degen, Dan Holzmann, Andreas Rey und Ursula Rey-Krayer) einst via Horizon2026 AG zwecks Liquiditätssicherung in den Club haben fliessen lassen.
Dieses Darlehen steht weiterhin bei der FC Basel 1893 AG zu Buche – auch wenn 7,3 Millionen davon in der Bilanz 2025 nicht mehr als kurzfristiges, sondern als langfristiges Darlehen aufgeführt sind. An den momentan zur Verfügung stehenden flüssigen Mitteln des Clubs hat sich weder durch die Rückzahlung der 8 Millionen noch durch die Umwandlung der 7,3 Millionen in ein langfristiges Darlehen etwas geändert.
Die Liquidität bleibt beim FC Basel ein Thema
Entsprechend bleibt die Liquidität beim FC Basel eine der grössten Herausforderungen. In der Bilanz 2025 stehen die flüssigen Mittel mit 13,19 Millionen Franken zu Buche. Das sind zwar mehr als im Vorjahr (5,19 Millionen), doch nicht so viel, dass man sorglos auf das nun laufende Jahr blickt. Die Erfahrung zeigt, dass gerade die Monate zum Sommer hin schwierig sind, was die Liquidität betrifft, da verhältnismässig wenig Cash in den Club fliesst. Entsprechend dürfte es auch in diesem Jahr wieder zu zwischenzeitlichen Überbrückungszahlungen aus der Holding kommen, um die Liquidität zu wahren.
Weiter optimieren will man beim FCB zudem das strukturelle Defizit, also den Verlust, den man jährlich macht, wenn man ausserordentliche Einnahmen wie Transfer- und Europacup-Gelder ausklammert.
Als David Degen und seine Mitstreiter den FCB im Mai 2021 übernommen haben, plagte den Club ein strukturelles Defizit von rund 30 Millionen Franken. Mittels Massnahmen wie der Anpassung des Lohngefüges innerhalb der ersten Mannschaft, Änderungen im Stadionmietvertrag und Umstrukturierungen auf der Geschäftsstelle gelang es der FC Basel 1893 AG, diesen Betrag zu verringern. Per Ende 2024 befand man sich laut Friedrich Dietz noch bei einem strukturellen Defizit von etwas über 10 Millionen Franken.
Nun hat sich die Lage weiter verbessert. Gemäss Dietz ist das strukturelle Defizit der FC Basel 1893 AG im Jahr 2025 auf unter zehn Millionen Franken gesunken. Das Ziel sei es, so hat es auch FCB-Präsident David Degen mehrfach betont, in einen Bereich von jährlich rund 5 Millionen zu kommen. Dies ist laut Dietz durchaus realistisch. Optimieren könne man beispielsweise noch bei den Reisekosten oder bei der Verpflegung.