Erebos1893 hat geschrieben: 05.02.2026, 22:34 Das Interview von Stucki auf SRF nach Cup Out hat wieder einmal bestens verdeutlicht, dass man in der sportlichen Leitung weder einen Plan hat, noch eine klare Strategie verfolgt.
Man müsse jetzt die Situation nochmals analysieren und dann entscheiden, ob man allenfalls Spieler mit Perspektive auf nächste Saison sucht.
Man kannte die Ausgangslage und war sich der Wichtigkeit dieser Spiele bis Mitte Februar bewusst. Fussball ist wahrlich keine Wissenschaft, es gibt am Ende eines Spiels genau drei mögliche Resultate.
Somit wusste man, zu welchen Szenarien die Resultate führen konnten. Entweder man war nach diesen Spielen noch mindestens in einem Wettbewerb heiss, oder im anderen und jetzt eingetroffenen Fall, ist man weg vom Fenster.
Hätte man aber eine klare und vor allem langfristige, aufs sportliche ausgerichtete Strategie, würden die Resultate die Transfers gar nicht beeinflussen.
Anpassungen können immer gemacht werden, aber das Grundgerüst muss stehen und man weiss ganz genau, wenn Szenario X oder Y eintrifft, kann ich dementsprechend reagieren, ohne das grosse Ziel in Gefahr zu bringen. Man kennt die Szenarien und muss ihnen einen Schritt voraus sein.
Auch dass es immer wieder Spieler gibt, die aus verschiedenen Gründen nicht performen wie gewünscht, ist nichts Neues.
Das schliesst auch nicht aus, dass man aufgrund wirtschaftlicher Interessen Spieler gewinnbringend verkaufen kann, weil man meistens sieht, welche Spieler auf dem Markt begehrt sind. Ist man vorbereitet, hat man eine Liste mit Ersatz oder im besten Falle einen Nachwuchsspieler der sich dahinter aufdrängt. Dazu muss aber das Grundgerüst stehen, egal ob ein externer oder Nachwuchsspieler integriert wird.
Wenn ich beispielsweise auf eine sommerliche, mehrtägige Wanderung im Gebirge gehe mit dem Ziel, zum Abschluss auf einem Gipfel ein Bier zu geniessen, laufe ich auch nicht einfach mit T-Shirt und kurzer Hose los, weil ja der Wetterbericht eher positiv ist. Und erzähle noch stolz jedem, ich hätte die beste Ausrüstung überhaupt, welche sogar reichen würde den Mount Everest zu erklimmen.
Würde es dann trotzdem regnen, was durch schnelle lokale Erscheinungen ja passieren kann, überlege ich mir auch nicht erst, wenn ich komplett durchnässt bin, es wäre doch eigentlich noch praktisch eine Regenjacke dabei zu haben.
Nein, der Rucksack ist von Anfang entsprechend gepackt und anhand der Eventualitäten ausgerüstet, alles andere wäre fahrlässig und würde mein Ziel in Gefahr bringen.
Heisst aber nicht, dass ich mir unterwegs eine andere Regenjacke kaufen kann oder die Schuhe ersetzen könnte.
Ich habe einen Plan und Strategie, wie ich mein Ziel trotz wechselnden Bedingungen erreichen will.
Natürlich kann mir unterwegs auch ein Meteorit auf die Birne fallen, aber dies ist im Gegensatz zu den drei möglichen Fussball Resultaten, schlicht nicht vorhersehbar.
Bevor also jetzt wieder irgendwelche Kurzschlüsse bei den Transfers getätigt werden, oder irgendein ach so begnadetes 19 jähriges Talent mit „Perspektive“ und 5 Minuten Einsatzzeit im Profifussball im letzten Jahr verpflichtet wird, sollen erstmal die strategischen und sportlichen Gremien ausgemistet werden. Die sollen verdammt nochmals ihre Ziele definieren und eine Strategie entwickeln, wie man gemeinsam (operativ und strategisch) zum sportlichen Ziel gelangt.
Der Fussballclub Basel ist nun mal ein professioneller Leistungssport Verein und kein Finanz KMU.
Die entsprechende Kommunikation soll so angepasst werden, dass sie dem Umfeld des FCBs gerecht wird. Ziele wie Verteidigung des Doubles und das erreichen der CL kann gerne intern als Ziel ausgesprochen werden. Aber gegen Aussen darf ruhig so kommuniziert werden, dass es einem nicht gleich um die Ohren fliegt und unnötig Druck von Aussen auf verschiedene Stellen aufbaut.
Ich verstehe es auch nicht, was das jetzt an der Strategie ändern soll. Als Fussballverein sollte man eigentlich immer nur an Spielern interessiert sein mit denen man langfristig etwas aufbauen kann. Bei unserer Forumslogik würde dies bedeuten gute Spieler oder auch Talente holen die hier für 2-3 Jahre Leistungsträger sein können. Danach kann man diese weitertransferieren oder sie können gerne länger bleiben. Gute Spieler muss man immer auf dem Schirm haben und versuchen oportunistisch zu handeln, egal was für eine Phase gerade ist.
Aber in der Welt von Degen und Stucki bedeutet langfristig Spieler holen, dass man irgendwelche junge Wundertüten von weiss nicht wo holt denen man zuerst 1 Jahr Zeit geben muss und dann vielleicht mal Leistung kommt. Und dies ist super toll, weil diese nicht viel kosten. Also wenn wir trotz diesen Transfergewinnen so arm dran sind, dass wir so eine Strategie fahren müssen, dann gute Nacht FCB. Oder vielleicht hat Degen wirklich auch das Gefühl das wäre eine sinnvolle Strategie.